Crange, 06. Mai 2026
Cranger Tor wurde erfolgreich saniert
Am heutigen Mittwoch, 6. Mai, haben die Veranstalter der Cranger Kirmes das Ende April sanierte Cranger Tor vorgestellt. Oberflächliche Schäden haben eine Instandsetzung nötig gemacht, um die Bausubstanz langfristig zu erhalten. Das Cranger Tor markiert den Haupteingang zum Platz der Cranger Kirmes. Es ist eines der Wahrzeichen der Cranger Kirmes und ein ebenso beliebtes Fotomotiv wie die Fritz-Statue gegenüber.
Viele Kirmesrundgänge beginnen hier. Erst legt man Kirmesmaskottchen Fritz die Hand auf die Schulter, dann schnell ein Selfie in die andere Richtung mit dem Cranger Tor im Hintergrund. Am Souvenir- und Infostand daneben gibt es den aktuellen Crange-Plan zur besseren Orientierung, schnell noch den neuen Fritz-Pin anstecken, und nicht zuletzt gehört auch der Verzehr einer sauren Gurke für viele Jahr für Jahr zu den ersten obligatorischen Kirmeshandlungen.
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| Gruppenfoto vor dem Cranger Tor mit (v. l.) Dirk Reuter, Leiter des Kirmesbüros (FB Öffentliche Ordnung), Eduard Belker, Fachbereichsleiter (FB Öffentliche Ordnung), Alexander Neumann, Platzmeister der Cranger Kirmes (FB Öffentliche Ordnung), Dr. Frank Burbulla, Kirmesdezernent der Stadt Herne, und die Statue des Kirmesmaskottchens Fritz. (Foto: Stadtmarketing Herne, Alexander Christian) |
Geschichte des ersten Tors
Das erste Cranger Tor wurde am 2. August 1978 eingeweiht. Es handelte sich um ein Geschenk des Schaustellers Ludwig Kallenkoot an die Cranger Kirmes. Der damals 50-jährige Schausteller war zur Aufstellung des Ur-Cranger-Tors genau 20 Jahre mit dem Riesenrad auf der Cranger Kirmes vertreten – ein freudiger Anlass, der Stadt dieses Geschenk zu machen. „Das großzügige Geschenk zeigt, wie identitätsstiftend ein solches Tor für die Schaustellerinnen und Schausteller sein kann“, beschreibt Kirmesdezernent Dr. Frank Burbulla die Ursprünge des Cranger Tors. Es sei ein wichtiger und erhebender Moment, durch das Tor auf den Kirmesplatz zu fahren, um dort das Geschäft aufzubauen.
Das in seiner Ursprungsform noch schlichte Tor wurde ab 1990 durch die Firma Costaras verziert. „Schlossermeister Constantin Costaras und sein Sohn Elias Michel haben die Kunstschmiedearbeiten in Form von Rankenornamenten mit Blumen und Drachen als Fahnenhalter gestaltet“, schildert Dr. Burbulla. Weitere Details sind zwei Karussells und zwei Vogelnester mit einem Vogel, der seinen Nachwuchs füttert, jeweils zur linken und rechten Seite. Mehrfach taucht das aus dem Stadtwappen bekannte Pferd auf. Unter der jährlich wechselnden Jahreszahl der Cranger Kirmes ist dauerhaft die Jahreszahl 1990 zu sehen. Die Verzierungen machen das Cranger Tor zu einem Beispiel für die Verbindung von Ortsgeschichte, Kirmestradition und lokaler Handwerkskunst.
Neuerrichtung des Cranger Tors
Nachdem das Vorgängertor am 1. August 2010 wenige Tage vor Kirmesbeginn durch einen LWK beschädigt wurde, wurde schließlich das jetzige Cranger Tor am 8. Juni 2011 aufgestellt. Die Verzierungen blieben als verbindendes Element der Tradition erhalten. Das Tor ist nun wesentlich stabiler als das alte und ruht in einem neuen Fundament. Die einzelnen Stahlteile sind mit rund 1700 Schrauben miteinander verschraubt. Die Durchfahrthöhe beträgt rund fünf Meter, die Breite liegt bei 9,40 Metern. Insgesamt bringt das Tor 4,5 Tonnen auf die Waage.
Sanierung im Jahr 2026
Nach der Kirmes im vergangenen Jahr hatte die Bezirksvertretung Wanne den Beschluss gefasst, dass die Verwaltung der Stadt Herne das Cranger Tor sanieren lässt. „Zunächst wurde das Tor bis auf die Grundschicht sandgestrahlt. Dabei traten Beschädigungen zu Tage, sodass mit einer Schleifmaschine und schließlich in Handarbeit mit Schleifpapier weitergearbeitet wurde“, berichtet Eduard Belker, Leiter des Fachbereichs Öffentliche Ordnung von der erfolgreichen Sanierung. Abschließend sei die neue Lackierung mit einer Spezialfarbe erfolgt, die das Tor bis zu 20 Jahre lang vor Witterungseinflüssen schützen solle. „Alle Details, die das beliebte Wahrzeichen ausmachen, sind erhalten geblieben, die Patina an den Kunstschmiedearbeiten ist normal und so gewollt“, erläutert Belker. Durch das günstige Wetter konnte der von Emanuel Claudio Villani geführte Malerbetrieb Boginski aus Herne den geplanten Zeitraum für die Durchführung der Sanierungsarbeiten vom 20. bis 29. April 2026 einhalten.
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Die Zahlen am Cranger Tor
Bis 2018 wurde am Cranger Tor eine Zählweise fortgeschrieben, die willkürlich in der Zeit des Nationalsozialismus gewählt worden war, um im Jahr 1935 das 500. Volksfest auf Crange zu feiern. Seit 2019 ist der neue zeitlicher Ankerpunkt das Jahr 1484, in dem die Freiheit Crange mit impliziertem Marktrecht erstmalig urkundlich erwähnt wurde. Dieses Jahr bildet das kräftigste symbolische Ausgangsdatum für die Zählung der Jahre des Bestehens der Cranger Kirmes. In diesem Jahr wird daher die Zahl 542 am Cranger Tor zu sehen sein. Der Wechsel der Zahl erfolgt während des Aufbaus einige Tage vor Beginn der Kirmes.



